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Die Schneckenkorn-Offensive
Niemand kann behaupten, dass ich es nicht im Guten versucht hätte. Ich habe gebettelt und gefleht, doch die Nacktschnecken haben mich weitestgehend ignoriert. Auch Versuche des Umsiedelns sind kläglich gescheitert. Aufgrund des feuchten Sommers ist das Auftreten in diesem Jahr besonders hoch, die Schäden an den Pflanzen immens. Gestern war dann auch meine Toleranzgrenze erreicht und die Samthandschuhe wurden ausgezogen. Als letzte Möglichkeit forderte ich Verstärkung an. Niemand geringeres als der legendäre General Dwight D. Eisenduck eilte zur Rettung der Vegetation Edens herbei.

Beim Briefing wurde Strategie und Einsatzziele festgelegt. Ein gezieltes Vorgehen gegen einzelne Schnecken wäre wegen der Guerilla-Taktik nicht effektiv genug: Meistens kommen sie ungesehen am späten Abend im Schutz der Dunkelheit und infiltrieren Eden. Aufgrund von Spuren konnte aber eine vermehrte Feindaktivität im Erdbeerfeld ausgemacht werden.
Ein weiterer Punkt war die Wahl der richtigen Munition für den ferngesteuerten Panzer, der aufgrund seiner geringen Größe mühelos zwischen den Erdbeerpflanzen patrouillieren konnte. Normalerweise verschießt die Kanone 6mm-Softballs, was bei diesem Vorhaben aber wenig Sinn gemacht hätte. Ausgelöst werden die Schüsse von der Fernbedienung, die Projektile fliegen ca. 2 m weit. Wie praktisch, dass Schneckenkorn nahezu das selbe Kaliber hat. Nach mehreren Testläufen wurde der Panzer mit der Spezialmunition bestückt und General Eisenduck begann seine Mission.

Nach mehreren Stunden kam Dwight D. zurück. Es hatte einige wenige Feindkontakte gegeben. Dennoch war der General zufrieden. Sämtliches Schneckenkorn war äußerst strategisch verschossen worden, und das, bevor den Batterien der Saft ausging. “Mission accomplished”, verkündete der Tarn-Erpel.
Das Ergebnis am nächsten Morgen war erst Mal ziemlich erschreckend. Fette Schleimspuren zogen sich durch das gesamte Erdbeerbeet, dazwischen etliche Kadaver ausgelaugter Schnecken. Dass es so viele sein würden, damit hatten wir nicht gerechnet. Nun gut, wer nicht hören will muss fühlen.

3.10.2007 bei 02:14
Ich hätte dir auch den bewunderten “Schneckenbesprecher” ausleihen können