Zu wild für Rambo 5

“Ihr wart ja lange nicht mehr da! Hoffentlich erkennt ihr euren Garten überhaupt wieder.” Die Worte der Nachbarin ließen böse Vorahnungen wachsen. Durch das Schreiben meiner Bachelor-Arbeit und berufliche Verpflichtungen hatte ich in der Vergangenheit wenig Zeit gehabt und war Eden für vier Wochen fern geblieben. Der Anblick trieb mir die Schamesröte ins Gesicht: Eden war zur Wildnis mutiert. Die spontane Idee, Hollywood den Garten als Drehort mit Dschungel-Charakter für den fünften Teil von Rambo anzubieten,verwarf ich direkt wieder, da das Gelände für maschinengewehrbestückte Rollatoren zu unwegsam ist. :-)

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 Aber mal ernsthaft, es sah richtig grausig aus: Der Rasen war kniehoch, ebenso der geschossene Salat, die Radieschen und einige wilde Disteln. Die Beete waren als solche vor lauter Unkraut nur noch schwer zu identifizieren. Die Aussenhecke, die laut Kleingärtnerverordnung nur 1,20 m hoch sein darf, war nicht mehr zu überblicken. Der Elektro-Rasenmäher gab bei der Wiese mehrfach den Geist auf, eine Sense wäre wohl die bessere Alternative gewesen. Ziemlich blöd kam ich mir bei einem kurzen Plausch mit dem unmittelbaren Nachbarn vor. Aus Angst vor Samenbildung sei er zwischendurch rübergekommen um den Kompost vom wuchernden Unkraut zu befreien. Seinen Blick während des Gesprächs interpretierte ich als “dezent vorwurfsvoll”.

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Aber ich versuche die Sache positiv zu sehen: Ich bin ein Mensch, der die Herausforderungen liebt und wenn es momentan keine gibt, dann schaffe ich sie mir durch blosse Abwesenheit eben selber. Das habe ich getan. Seitdem ist eine Woche vergangen und mit der Hilfe unterstützender Hände verrottet die Schande nun auf dem Kompost. Es kehrt Entpannung ein. Und Greisen-Rambo käme hier nun auch wieder durch. Sogar mit Rollator.

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